Vortrag: Integration durch Musik (KdH)

Vortragsredner:
Tilmann Löser

Projekt-Koordinator Klänge der Hoffnung


Tilmann Löser lebt als freiberuflicher Musiker und Musikmanager in Leipzig. Er studierte in Leipzig, Brüssel und Boston Klavier, Kammermusik und Improvisation. 
Zusammen mit der Stiftung Friedliche Revolution initiiert Tilmann Löser seit 2013 interkulturelle Musikprojekte in Leipzig. 2016 beauftragte ihn die Stiftung mit der Koordinierung des Netzwerk-Projekts Klänge der Hoffnung.
Mail: loeser@stiftung-fr.de

Integration setzt die Möglichkeit zu echtem, gleichberechtigtem Austausch mit Menschen, die bereits dazugehören, voraus. Es macht Mut, Neues zu lernen, wenn man seine vorhandenen Fähigkeiten einbringen kann. Nur so ist wirkliche Teilhabe möglich.

Musik ist eine ausgezeichnete Grundlage für interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe, denn sie ist eine Sprache, die traditionell über Ländergrenzen hinweggeht. Und die Fähigkeit zu musizieren wird nicht durch Sprachbarrieren beeinträchtigt.

Das Projekt Klänge der Hoffnung der Stiftung Friedliche Revolution bringt als Netzwerk Musiker*innen mit und ohne Fluchtbiografie miteinander in Kontakt und fördert gemeinsames Musizieren. Mit Hilfe von Institutionen, Veranstalter*innen und engagierten Bürger*innen organisieren wir Konzerte für die beteiligten Ensembles in und um Leipzig.

Alle Netzwerkkonzerte sind kostenlos. So bekommt die Öffentlichkeit in Leipzig und Sachsen die Gelegenheit, schwellenfrei die gemeinsam erarbeitete Musik zu genießen – und zugleich interkulturelle Vielfalt zu erleben. Statt Hilfsbedürftigkeit begegnet man hier musikalischem Können – und ein Denkprozess kann beginnen.

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Geschichte

2016: Findungsphase und erstes Konzert

Anfang Januar 2016 entstand unter den Eindruck der Aufnahmekrise in Deutschland im Kreis der Leipziger Stiftung Friedliche Revolution der starke Wunsch, mit einem eigenen Projekt zur Verbesserung der Situation Geflüchteter beizutragen. Die Wahl fiel auf die Gründung eines interkulturellen Projekts mit geflüchteten Musiker*innen.

Wie sich zeigte, waren im Raum Leipzig schon viele gute Projekte in diesem Bereich aktiv, doch fehlte eine Vernetzung zwischen ihnen. Daher beauftragte die Stiftung den Leipziger Musiker und Musikpädagogen Tilmann Löser als Projektleiter mit dem Aufbau eines Netzwerks, das Musiker*innen mit und ohne Fluchterfahrungen miteinander in Kontakt und mit Veranstalter*innen und engagierten Bürger*innen zusammenbringt.

Aus den ersten Netzwerktreffen von Mai bis August 2016 entwickelte sich sehr schnell die Planung für das erste Netzwerk-Konzert im Grassimuseum Leipzig. Unter dem Titel „Musik im Asyl“ traten am 28. September 2016 acht verschiedene Musikgruppen vor 250 begeisterten Zuhörer*innen auf.

2017: Aus „Musik im Asyl“ wird „Klänge der Hoffnung“

Aufbauend auf dem Erfolg von 2016, haben wir das Projekt 2017 unter dem neuen Namen „Klänge der Hoffnung“ weiterentwickelt. Der Austausch hat sich vertieft und das Netzwerk erweitert.

Am 26. September ’17 gab es wieder ein großes Konzert im Rahmen der Interkulturellen Wochen. Flankiert wurde dieses Netzwerk-Event von drei kleineren Konzerten am 3. September sowie am 4. und 29. November.

2018: größere Reichweite, mehr Vernetzung

Im Jahr 2018 ist das Netzwerk „Klänge der Hoffnung“ weiter gewachsen, hat Kooperationspartner hinzugewonnen, und der Netzwerkradius hat sich auf Nordsachsen erweitert.

Zu den vier Netzwerk-Konzerte in Leipzig kam mit unserem Auftritt am 26. September 2018 im E-Werk in Oschatz zum ersten Mal ein „Klänge der Hoffnung“-Konzert im Landkreis Nordsachsen dazu.

Projektträger: Stiftung Friedliche Revolution

Zum zwanzigsten Jahrestag des 9. Oktober 1989 gründeten Bürger*innen aus Ost und West, Kirchenleute und Friedensaktivist*innen die Stiftung Friedliche Revolution

Gründungsvorstand Christian Führer (†): „Wir wollen die Friedliche Revolution nicht ins Museum stellen, sondern wir wollen weiter gehen und auch heute zum Handeln anstiften. Die Friedliche Revolution muss weiter gehen und auch die Wirtschaft einschließen.“

Die Stiftung will die grundlegenden Wertemuster der Menschen, die 1989 in den Kirchen und auf den Straßen für den friedlichen Wandel eingetreten sind, in die heutige Zeit überführen.

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